Geburt kindgerecht erklärt – Geburtsvorbereitung für Geschwisterkinder

Kinder sind von Natur aus neugierig und stellen viele Fragen. Sobald sie sich sprachlich verständigen können, fangen sie auch schon an sich für den eigenen Körper und die Vorgänge darin zu interessieren. Spätestens, wenn ein Geschwisterkind unterwegs ist, möchten Kinder wissen, wie sie selbst geboren sind.

Authentische Erwachsene

In Bezug auf die Geburt und wie das eigene Leben entstanden ist, sind Kinder sehr fantasievoll. Wird mit ihnen über diese Themen gesprochen, sollen die Vorstellungen der kindlichen Gedankenwelt berücksichtigt werden. Es ist wichtig, sich diese genau anzuhören und mit dem Erklären der körperlichen Vorgänge sinnvoll zu verbinden. Am wichtigsten sind für Kinder in Bezug auf das Thema Geburt, glaubhafte und authentische Erwachsene. Kinder merken schnell, wenn es den Eltern oder der Lehrerin peinlich ist darüber zu sprechen. Gleichzeitig ist das jeweilige Alter des Kindes zu berücksichtigen, um es in seiner Vorstellungskraft nicht zu überfordern.

Das Baby im Bauch

Die erste Frage, die vor allem kleine Kinder interessiert, lautet: Wie geht es dem Baby in Mamas Bauch? Kinder wollen wissen, wie es drinnen aussieht, was das Baby den ganzen Tag macht, wie es im Bauch essen und trinken kann. Und natürlich, wie es aus dem Bauch heraus kommt, wenn es fertig gewachsen ist. Hierbei ist es wichtig, den Kindern gut zuzuhören. Sie erzählen von ihren Ideen. Viele Kinder vergleichen das Baby im Bauch mit der Vorstellung von einem Astronauten, der über einen Schlauch alles bekommt, was er braucht. Der Bauch von Mama ist für Kinder auch wie ein kleines Universum, in dem das Baby umher schwebt. Kinder können ihre Ideen auch künstlerisch ausdrücken und zum Beispiel ein Bild davon malen, was ihnen zum Thema einfällt. Es ist gut, als Erwachsener dabei selbst zum Fragenden zu werden. Wenn das Kind eine Frage stellt, kann mit Rückfragen „Was glaubst Du, wie das Baby aus dem Bauch heraus kommt?“ herausgefunden werden, welches Wissen über den Geburtsvorgang beim Kind bereits vorhanden ist. Je älter es ist, desto genauer kann darüber gesprochen werden. Im Gespräch miteinander wird sich zeigen, wann dies der Fall ist.

Die geschlechtliche Identität

Für Mädchen ist Geburt insofern ein besonders sensibles Thema, da sie es stets mit dem eigenen Körper in Verbindung bringen. Es ist daher unbedingt darauf zu achten, dass kleine Mädchen nur mit positiven Informationen zum Thema Geburt konfrontiert werden. Mütter sollten unbedingt die Geburt des eigenen Kindes zunächst für sich selbst verarbeiten, bevor sie mit ihren Töchtern darüber sprechen. Um Kindern einen unbefangenen Umgang mit dem Thema der menschlichen Geburt zu ermöglichen, sollten keine „eingefärbten“ Erlebnisberichte vorgetragen werden. Voraussetzung dafür, die Geburt als natürlichen Bestandteil des menschlichen Daseins zu begreifen, ist eine gute Beziehung zum eigenen Körper. Im Zusammenhang mit dem Thema Geburt, sollte immer die Sichtweise des Kindes auf den eigenen Körper positiv bestärkt und die männlichen und weiblichen Geschlechtsunterschiede gleichermaßen gewürdigt werden. Auf diesem Weg fließen die kindlichen Fragen zum Thema Geburt natürlicherweise in den Familienalltag mit ein. Die Kinder werden ermutigt, sich mit dem Thema Geburt in einer freudvollen Art und Weise auseinander zu setzen.

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